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Was ist Strangguss? Herstellungsverfahren und Eigenschaften im Überblick

Alexander Wosinski ·
Frisch geschnittener Grauguss-Stranggussbarren mit kristalliner Kornstruktur im Querschnitt, auf Stahlwerkstatt-Oberfläche mit Metallspänen.

Strangguss ist ein kontinuierliches Gießverfahren, bei dem flüssiges Metall durch eine wassergekühlte Kokille gedrückt wird und als endloser Strang erstarrt. Das Ergebnis sind Halbzeuge mit gleichmäßigem Gefüge und definierten mechanischen Eigenschaften, die sich direkt für die spanende Bearbeitung eignen. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen zu Verfahren, Werkstoffen und Einsatzbereichen.

Wie funktioniert das Stranggussverfahren technisch?

Beim Stranggussverfahren wird flüssiges Metall kontinuierlich in eine wassergekühlte Kokille gegossen, wo es von außen nach innen erstarrt und als durchgehender Strang aus der Anlage gezogen wird. Das Verfahren läuft ohne Unterbrechung, was zu einem homogenen Gefüge ohne die Lunker und Seigerungen führt, die bei konventionellem Blockguss entstehen können.

Der Prozess beginnt mit dem Einschmelzen des Ausgangsmaterials im Kupolofen oder Elektroofen. Die Schmelze wird über ein Verteilersystem gleichmäßig in die Kokille geleitet, deren Geometrie den Querschnitt des späteren Halbzeugs bestimmt. Durch die intensive Wasserkühlung erstarrt die Randzone sofort, während der Kern noch flüssig bleibt und beim weiteren Durchlauf ebenfalls erstarrt.

Nach dem Erstarren wird der Strang durch Richtrollen geführt und auf die gewünschten Längen abgelängt. Die Abmessungen lassen sich über die Kokillengeometrie präzise steuern, weshalb Strangguss-Halbzeuge in einem weiten Durchmesserbereich gefertigt werden können. Bei MK Strangguss GmbH umfasst das Lieferprogramm Abmessungen von 20 mm bis 740 mm, die ab Lager verfügbar sind.

Welche Werkstoffe werden im Strangguss verarbeitet?

Im Stranggussverfahren werden vor allem Gusseisen-Werkstoffe wie Grauguss (GJL) und Sphäroguss (GJS) sowie Nichteisenmetalle wie Bronze verarbeitet. Diese Werkstoffe eignen sich besonders gut für das kontinuierliche Gießen, weil sie definierte Erstarrungsintervalle aufweisen und im Strang gleichmäßige Gefüge ausbilden.

Für Gusseisen gilt DIN EN 16482 als maßgebliche Norm. Sie definiert die Werkstoffgüten, die im Strangguss erzeugt werden, darunter Grauguss-Güten wie GJL-HB150C, GJL-250C und GJL-300C sowie Sphäroguss-Güten von GJS-400-15C bis GJS-700-3C. Jede Güte ist durch festgelegte mechanische Kennwerte charakterisiert, die eine reproduzierbare Verarbeitung in der Fertigung ermöglichen.

Bronze-Legierungen werden ebenfalls im Stranggussverfahren hergestellt und finden besonders im Gleitlager- und Formenbau Verwendung. Ihre gute Bearbeitbarkeit, Korrosionsbeständigkeit und Gleiteigenschaften machen sie für Anwendungen geeignet, bei denen Gusseisen an seine Grenzen stößt.

Was sind die mechanischen Eigenschaften von Strangguss-Halbzeugen?

Strangguss-Halbzeuge zeichnen sich durch ein feinkörniges, gleichmäßiges Gefüge aus, das höhere mechanische Kennwerte ermöglicht als viele konventionell gegossene Werkstoffe gleicher Zusammensetzung. Die kontinuierliche Erstarrung unter kontrollierten Bedingungen reduziert Gefügeinhomogenitäten und sorgt für reproduzierbare Festigkeitswerte über die gesamte Stablänge.

Für Grauguss im Strangguss sind Zugfestigkeit, Druckfestigkeit und Verschleißbeständigkeit die entscheidenden Kenngrößen. GJL-250C erreicht eine Mindestzugfestigkeit von 250 N/mm², GJL-300C entsprechend 300 N/mm². Beide Güten bieten gute Dämpfungseigenschaften, was sie für Maschinenbauteile mit schwingenden Belastungen geeignet macht.

Sphäroguss-Güten wie GJS-400-15C bis GJS-700-3C kombinieren höhere Festigkeit mit Duktilität. Die Zahl hinter dem Bindestrich gibt die Mindestdehnung in Prozent an: GJS-400-15C erreicht mindestens 15 % Bruchdehnung, während GJS-700-3C mit 700 N/mm² Zugfestigkeit bei 3 % Mindestdehnung deutlich fester, aber weniger verformbar ist. Für druckbelastete Bauteile in der Hydraulik- und Antriebstechnik sind diese Eigenschaften besonders relevant.

Worin unterscheiden sich Grauguss und Sphäroguss beim Strangguss?

Der wesentliche Unterschied zwischen Grauguss (GJL) und Sphäroguss (GJS) liegt in der Form des enthaltenen Graphits. Bei Grauguss liegt der Graphit als Lamellen vor, bei Sphäroguss in Kugelform. Diese Gefügeunterschiede bestimmen direkt die mechanischen Eigenschaften und damit die Eignung für unterschiedliche Anwendungen.

Grauguss (GJL): Eigenschaften und Stärken

Grauguss enthält lamellaren Graphit, der dem Werkstoff seine charakteristischen Eigenschaften verleiht: gute Dämpfungsfähigkeit, hervorragende Bearbeitbarkeit und günstiges Gleitverhalten. Die Lamellen wirken als Kerben im Gefüge, weshalb Grauguss spröder ist und geringere Zugfestigkeiten erreicht als Sphäroguss. Für Gehäuse, Führungen, Lagerböcke und Maschinengestelle ist er dennoch die erste Wahl, weil Druckbelastungen und Schwingungen gut aufgenommen werden.

Sphäroguss (GJS): Eigenschaften und Stärken

Sphäroguss entsteht durch Zugabe von Magnesium zur Schmelze, wodurch der Graphit in kugeliger Form erstarrt. Die Kugeln unterbrechen das Metallgefüge weniger stark als Lamellen, was zu deutlich höherer Zugfestigkeit und Zähigkeit führt. Sphäroguss eignet sich daher für Bauteile mit dynamischen Belastungen, Druckspannungen und Schlagbeanspruchung, zum Beispiel Kurbelwellen, Hydraulikzylinder oder Zahnräder. Der Lieferprogramm Gusseisen umfasst beide Werkstoffgruppen in den gängigen Güten nach DIN EN 16482.

In welchen Industrien wird Strangguss eingesetzt?

Strangguss-Halbzeuge aus Gusseisen und Bronze werden in Industrien eingesetzt, die präzise bearbeitbare Werkstoffe mit definierten mechanischen Eigenschaften benötigen. Zu den wichtigsten Abnehmerbranchen zählen der Maschinenbau, die Antriebs- und Hydraulikindustrie sowie der Glas- und Formenbau.

Im Maschinenbau werden Strangguss-Halbzeuge für Gehäuseteile, Führungselemente, Lagerböcke und Maschinengestelle verwendet. Die gute Bearbeitbarkeit von Grauguss und die hohe Festigkeit von Sphäroguss decken dabei ein breites Anforderungsspektrum ab.

In der Antriebs- und Hydraulikindustrie sind druckfeste, maßhaltige Werkstoffe gefragt. Sphäroguss-Güten wie GJS-500-7C oder GJS-700-3C eignen sich für Hydraulikzylinder, Pumpengehäuse und Getriebekomponenten, die hohe statische und dynamische Lasten aufnehmen müssen.

Im Glas- und Formenbau sind enge Toleranzen und gute Wärmeleitfähigkeit entscheidend. Grauguss bietet hier Vorteile durch seine Dämpfungseigenschaften und die einfache Bearbeitbarkeit auf Fräs- und Drehzentren. Bronze-Legierungen kommen in Gleitführungen und Formplatten zum Einsatz, wo Verschleißbeständigkeit und Korrosionsschutz gefragt sind.

Was sind die Vorteile von Strangguss gegenüber anderen Gussverfahren?

Strangguss bietet gegenüber Blockguss und Sandguss mehrere entscheidende Vorteile: gleichmäßigeres Gefüge, höhere Materialausbeute, reproduzierbarere mechanische Eigenschaften und eine bessere Eignung für die direkte spanende Weiterverarbeitung. Diese Eigenschaften machen Strangguss-Halbzeuge zur bevorzugten Ausgangsform für die Fertigung von Präzisionsbauteilen.

Beim Blockguss entstehen durch die diskontinuierliche Erstarrung häufig Lunker, Seigerungen und Gefügeunterschiede zwischen Kern und Rand. Beim Strangguss erstarrt das Material kontinuierlich und unter konstanten Bedingungen, was diese Fehler weitgehend vermeidet. Das Ergebnis sind Halbzeuge mit gleichbleibenden Eigenschaften über die gesamte Länge und den gesamten Querschnitt.

Die Materialausbeute ist beim Strangguss höher, weil kein Angusssystem wie beim Sandguss anfällt und der Strang direkt auf Maß abgelängt wird. Für die Bearbeitung bedeutet das geringere Aufmaße und weniger Materialverschnitt. Durch präzise Sägezuschnitte mit minimalem Aufmaß lässt sich der Verschnitt weiter reduzieren, was sowohl die Beschaffungskosten senkt als auch ressourcenschonendes Produzieren unterstützt.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Verfügbarkeit: Strangguss-Halbzeuge werden in definierten Profilen und Abmessungen auf Lager gehalten und können kurzfristig abgerufen werden, ohne dass eine Neuproduktion mit langen Vorlaufzeiten notwendig ist.

Wie MK Strangguss GmbH Ihren Bedarf an Strangguss-Halbzeugen deckt

MK Strangguss GmbH ist spezialisierter Händler und Bearbeiter von Strangguss-Halbzeugen aus Gusseisen und Bronze mit Sitz im märkischen Sauerland. Als Vollservice-Partner liefert das Unternehmen den gesamten Bearbeitungsumfang aus einer Hand:

  • Strangguss-Rohware aus Grauguss (GJL-HB150C bis GJL-300C) und Sphäroguss (GJS-400-15C bis GJS-700-3C) nach DIN EN 16482, ab Lager in Abmessungen von 20 mm bis 740 mm
  • Rund 1.000 Tonnen Lagerbestand, überwiegend aus deutscher Herstellung, ab einem Stück lieferbar
  • Eigene Fertigung im märkischen Sauerland mit Sägen, Drehen und Fräsen nach Ihren Vorgaben
  • Lieferung als Rohware, als Sägezuschnitt, vorgedreht mit einem Aufmaß von +1,0 mm oder einbaufertig nach Zeichnung
  • Zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2015 für dokumentierte und auditierte Qualitätssicherung

Mehr zu verfügbaren Profilen, Güten und Abmessungen finden Sie unter Leistungen und Service. Sprechen Sie unser Vertriebsteam direkt an: Tel. +49 2391 607744-0 oder info@mk-strangguss.de (Mo bis Fr, 07:00 bis 18:00 Uhr).

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